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ID: 852 (Conflict of Interest: B, Kinetic concepts inc. (KCI))

How I do it: Minimalinvasiver Milzerhalt bei Milzlazeration °III nach Buntain durch Milzarterienembolisation und laparoskopische Blutstillung; ein Fallbericht

F. W.Brennfleck, H.Junger, H.Gößmann, H.-J.Schlitt, S.Brunner
Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg

Einleitung

Nach stumpfem Abdominaltrauma kommt es im Falle solider Organverletzungen häufig zu Verletzungen der Milz. Sowohl in der aktuellen S3 Leitlinie der DGU und der S1 Leitlinie der DGKCH wird ein konservativer Therapieversuch beim hämodynamisch stabilen Patienten gefordert. Bei ausbleibendem Therapieerfolg wird die Interventionelle Milzarterienembolisation und nur bei fortbestehendem Blutverlust die operative Therapie empfohlen. Therapieziel stellt der Milzerhalt dar.

Material und Methoden

Wir berichten von einem 12 jährigen Jungen nach Fahrradsturz mit stumpfem Bauchtrauma der uns nach hausärztlicher sonographischer Diagnose von reichlich freier abdomineller Flüssigkeit luftgebunden zuverlegt wurde. Die im Rahmen der Schockraumversorgung durchgeführte Traumaspirale zeigte eine Milzlazeration °III nach Buntain mit ausgeprägtem intraabdominellem Hämatom. Zunächst wurde die leitliniengerechte konservative Überwachung angestrebt, jedoch zeigte sich ein Hb-Verlust von fast 2 g/dl in der ersten Stunde mit gleichzeitiger Zunahme des intraabdominellen Hämatoms. Daher wurde die interventionelle Milzarterienembolisation mittels Amplatzer Plug durchgeführt. Die Dynamik des Blutverlustes verlangsamte sich daraufhin und der Hb Verlust reduzierte sich auf 2 Punkte in 12 Stunden auf 7,4 mg/dl. Wir indizierten daher die explorative Laparoskopie in milzerhaltender Intention unter Verzicht auf eine Fremdbluttransfusion. Das entlastete intraabdominelle Hämatom wurde zu einem 750ml umfassenden maschinellen Autotransfundat verarbeitet und retransfundiert. Daraufhin stieg der Hb noch intraoperativ auf 10,1 mg/dl. Die Milz wurde mittels bipolarer Pinzette und mehreren Hämostyptika versorgt und erhalten.

Ergebnisse

Der postoperative Verlauf gestaltete sich Komplikationslos, die Wunden heilten per primam. Im 6 wöchigen Follow-up zeigt sich ein normales Blutbild mit voll erhaltener Milzfunktion und keiner Beeinträchtigung.

Schlussfolgerung

Die in den Leitlinien empfohlene Stufentherapie der Milzverletzung erscheint sinnvoll und praktikabel. Die Milzarterienembolisation reduziert die Blutungsdynamik und ermöglicht eine sichere und kontrollierte minimalinvasive milzerhaltende Versorgung. Durch diesen Therapieansatz erscheinen auch höhergradige Milzverletzungen am kreislaufstabilen Patienten minimalinvasiv milzerhaltend versorgbar.